Neue Studie: ÄrztInnen sparen Lohn- und Materialkosten durch Digitalisierung

Rund ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringen ÄrztInnen und ihr Personal im Schnitt mit Verwaltungsaufgaben. Das ergab eine neue Studie der Tomes GmbH mit ÄrztInnen, die Nutzer der Software Idana sind.

Genau diese Zeit fehlt dann nicht nur bei der eigentlichen Arbeit am und mit dem Patienten, sondern sie könnte auch in ökonomischer Hinsicht gewinnbringender für andere Aufgaben eingesetzt werden.

Nur acht Minuten Zeit für die PatientInnen

Denn noch immer herrscht bei den meisten ÄrztInnen im niedergelassenen Bereich chronischer Zeitmangel. Im Durchschnitt hat ein/e Arzt/Ärztin nur acht Minuten Zeit für einen Patienten. In dieser Zeit will Vieles erledigt werden: eine gründliche Anamnese erheben, ein empathisches Arzt-Patienten-Gespräch führen, Rezepte und Bescheinigungen ausstellen, alles rechtskonform dokumentieren und daneben noch über die Behandlung entscheiden.

Hinzu kommt noch die rein administrative Arbeitszeit der Praxismitarbeiter pro PatientIn für die Anmeldung, Ausgabe von relevanten Formularen und Anamnesebögen sowie das Einscannen und Einpflegen der ausgefüllten Formulare in das Praxis-Verwaltungs-System.

Vier Minuten Zeitersparnis pro PatientIn durch digitale Vorabfrage

In der neuen Studie wurde herausgefunden, dass pro PatientIn im Durchschnitt vier Minuten pro Befragung sowohl bei der MFA (Medizinische/r Fachangestellte/r) wie auch dem/r Arzt/Ärztin eingespart werden kann. Nimmt man die durchschnittlichen Stundensätze für Ärzte und MFAs, so ergibt das ungefähr 6,50 Euro pro Patient, was an Lohnkosten beim Arzt und den medizinischen Fachangestellten eingespart werden kann.

Die zeitlichen Einsparungen ergeben sich aus der Digitalisierung von Anmelde- und Anamneseprozessen. Durch die Digitalisierung des Vorgangs können die PatientInnen orts- und geräteunabhängig die Formulare und Fragebögen vorab in Ruhe ausfüllen. Dies erhöht die Umfänglichkeit und Qualität der Befragungen, reduziert aber trotzdem die Arbeitszeit vom/von der behandelnden Arzt/Ärztin und dessen/deren MitarbeiterInnen.

Kein Einpflegen der Dokumente mehr nötig

Hinzu kommt der Wegfall des Einscannens und Einpflegen aller Dokumente, da die ausgefüllten Formulare und Anamnesebögen automatisch in die jeweilige digitale Patientenakte im PVS System eingefügt wird. Der Arzt/die Ärztin kann aufgrund der vorausgewerteten Anamnesebögen, die zum Beispiel auf Risikofaktoren und Scores hinweisen, beim Patienten-Gespräch gezielter Nachfragen stellen.

Schlankere zielführendere Prozesse möglich

Je nach Einbindung der MFAs in die medizinische Betreuung der PatientInnen, können diese aufgrund der medizinisch, automatisch, ausgewerteten Anamnesebögen, vorab auch Untersuchungen wie Blutabnahme beim/ bei der Patienten/in veranlassen. Diese Ergebnisse würden dann auch schon vorliegen, wenn der Patient/die Patientin zum ersten Termin kommt. Unnötige, zweifache Arztbesuche können vermieden werden und der Prozess schlanker, zielführender gestaltet werden. Das entlastet PatientIn und Arzt/Ärztin.

Jährliche Einsparmöglichkeiten von 16.000 Euro bei 200 PatientInnen pro Monat

Die Studie ergab, wenn bei 200 PatientInnen im Monat eine Software zur Befragung in der Arztpraxis eingesetzt wird, lassen sich damit 1.310 Euro an Lohnkosten einsparen. Das sind im Jahr fast 16.000 Euro. Oder die Praxis nutzt die Zeit, um mehr Zeit PatientInnen zu behandeln.
Neben den reduzierten Lohnkosten kommen noch Einsparungen bei den Materialkosten in Höhe von circa 20 Euro pro Monat hinzu. Da Anmeldung und Anamnese der Patienten/In rein digital erfolgt, reduzieren sich die Kosten für Papier und Druck. Das schont nicht nur das Budget von Arztpraxen, sondern auch die Umwelt.

Einsatz von Digitalisierung hebt Image der Praxis bei den PatientInnen

Neben Kosteneinsparungen bei Lohn und Material kommen noch weitere Vorteile zum Tragen, welche die Studienteilnehmer monetär bewertet haben. Ein Viertel der befragten ÄrztInnen gaben an, dass sich der Einsatz von Software positiv auf das Image der Praxis ausübe,15 Prozent berichteten von einer strukturierteren Anamnese und Erhöhung der Behandlungsqualität und 10 Prozent gaben an, dass sich der Praxisbetrieb optimiert hat und eine erhöhte Patientenzufriedenheit feststellbar ist. Die ÄrztInnen gaben diesen Vorteilen einen monetären Gegenwert von 1.140 Euro pro Jahr.

Über die Studie

Für diese Studie wurden insgesamt 35 Ärztinnen und Ärzte befragt, die die Software Idana nutzen. 25 von ihnen sind im Bereich Allgemeinmedizin tätig.
Die Ärztinnen und Ärzte erhielten einen Fragebogen, der neben den Monetarisierungseffekten auch die Zufriedenheit abfragte.

Die Studienteilnehmenden sollten ihre durchschnittliche Zeitersparnis in Zeitintervallen (0 min, 0-2 min, 2-5 min, 5-10 min, 10-15 min, > 15 min) einschätzen sowie den weiteren Nutzen mitsamt dem geschätzten monetären Gegenwert angeben.

Die Studie entstand im Rahmen einer Masterarbeit im Studiengang „Wirtschaftsingenieurwesen“, die im August 2021 am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) von Leonard Wedekind eingereicht wurde.
Zur Berechnung des ärztlichen Bruttoeinkommens je Stunde wurde das durchschnittliche Jahreseinkommen eines niedergelassenen Hausarztes herangezogen. Ausgegangen wurde dabei von 20 Arbeitstagen pro Monat und einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 48 h (Quelle: Ärztemonitor 2018). (1)

Schöne neue Welt oder Realität?

Zwar würden viele ÄrztInnen von zunehmender Digitalisierung profitieren, aber leider verläuft diese noch immer äußerst schleppend. Siehe auch unseren vorigen Blogbeitrag. Die Gründe dafür sind vielfältig. Immer wieder stellen wir fest:

ÄrztInnen sind keine IT-Profis ...

… Und das müssen Sie ja auch nicht sein. Allerdings braucht es IT-Experten, um die komplexen Voraussetzungen für einen Weg in die weitere Digitalisierung verstehen und erfüllen zu können. Aber genau dafür sind wir ja da!

Wir helfen Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern und Gesundheitsämtern Abläufe zu vereinfachen, Systeme zu verknüpfen, Technik für die entsprechenden MitarbeiterInnen verständlich zu machen.

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